Rauchen

Rauchverhalten in Österreich

Bei Betrachtung der Graphiken zum Rauchverhalten von Frauen und Männern in Österreich in den letzten 20 Jahren fällt vor allem ins Auge, daß unvergleichlich mehr Männer als Frauen in die Rubrik Ex-Raucher fallen. Wie auch wissenschaftliche Untersuchungen untermauern, ist es für Frauen schwieriger mit dem Rauchen aufzuhören. Daneben fällt das „Nachholen“ der Frauen auf, so zeigt sich bei den Männern in höherem Lebensalter eine deutlichere Abnahme der Raucherprozente, anders als bei den Frauen, was gerade für Herz-, Krebs- und Osteoporoserisiko fatal ist. In dieser Tabelle sind die unter 16jährigen nicht erfaßt. In dieser Altersgruppe rauchen bereits gleich viele Mädchen wie Burschen, bedenkt man den Trend, der eindeutig weniger Frauen als Männer, die mit dem Rauchen aufhören, zeigt, muß man damit rechnen, daß in Zukunft ein noch höherer Prozentsatz der Frauen rauchen wird.

Bild Rauchen

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* basierend auf Zahlen des Österr. Statistischen Zentralamtes und des Amtes der Tiroler Landesregierung, Abt. Ic

Rauchstop lohnt!

Dass Rauchen gesundheitsschädlich ist, kann als allgemein bekannt vorausgesetzt werden. Im täglichen Gespräch hören wir alle häufig: „Ich rauche jetzt schon 20/30 Jahre. Jetzt ist es sowieso zu spät.“ Diese Bemerkungen spiegeln die fürchte ich weit verbreitete Meinung wider, daß die Gesundheitsschäden durch Rauchen nicht mehr wiedergutzumachen sind und deshalb aufhören nicht lohnt, weil es sowieso zu spät sei. Dies stimmt nicht! Es ist durch zahllose wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig untermauert, daß durch Rauchstop die durch Rauchen verursachten Gesundheitsrisken teilweise sogar sehr schnell wieder behoben werden. Aus Gesundheitssicht lohnt Rauchstop in jedem Alter und nach auch jahrzehntelangem Rauchen. Unsere Tabelle zeigt nur einige gravierende Beispiele, wie schnell das Risiko für Ex-Raucher auf den Stand von Nichtrauchern zurückgeführt werden kann. So ist schon wirklich motivierend, daß z.B. das Herzinfarktrisiko nach 2 Jahren Nichtrauchens gleich hoch ist wie für lebenslängliche Nichtraucher. Rauchstop lohnt eindeutig!

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Rauchen ist Hauptgesundheitsrisiko im neuen Jahrhundert

Laut WHO ist Rauchen ein größeres Gesundheitsrisiko als jede einzelne Krankheit in diesem Jahrhundert. Die WHO schätzt, daß weltweit etwa 12 % aller Frauen rauchen. Derzeit laufen besonders in den Schwellen- und Dritte-Welt-Ländern Mega-Werbekampagnen der Tabakindustrie, die besonders auf Frauen und Jugendliche ausgerichtet sind. Hier wird die Botschaft „Rauchen bedeute Fortschritt und Emanzipation“ mit allen Tricks und Möglichkeiten der Werbebotschaft verkauft. Es gibt zwar in den Industrieländern dank Werbeverbot und Anti-Raucherkampagnen Trends hin zu Abnahme der Prozentzahlen, bedauerlicherweise sind aber in einigen Ländern, wie auch in Österreich, die Frauenprozente noch ansteigend. Global ist aber ein Anstieg der Raucher ständig zu beobachten, und daß Werbeverbot, Schadenersatzforderungen und ähnliche Maßnahmen gegen die Tabakindustrie dort greifen werden, momentan nicht vorauszusagen. Im Gegenteil werden laut WHO für das Jahr 2020 10 Mio Tote verursacht durch Zigaretten-rauchen prognostiziert.

Es ist allgemein bekannt, daß Rauchen Lungen-, Speiseröhren- und Blasenkrebs verursacht, sowie chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und koronare Herzerkrankungen.

Besonders betont werden muß aber darüberhinaus, daß für Frauen ein zusätzliches Risiko besteht. Bei Raucherinnen zeigt sich eine geringere Fruchtbarkeit, gehäufte Schwangerschaftskomplikationen, gehäufte Zahl von Frühgeburten und Totgeburten, ein durchschnittlich geringeres Geburtsgewicht ihrer Kinder sowie eine erhöhte Kindersterblichkeit und eine erhöhte Zahl an Erkrankungen der Atemwege bei Kindern von Raucherinnen.

Daneben kann gar nicht oft genug auf die bekannte Tatsache hingewiesen werden, daß die Kombination von Rauchen und Anti-Baby-Pille eine wesentliche Risikoerhöhung für Herzinfarkt, Schlaganfall und Beinvenenthrombosen verursacht. Die auch als Schutz vor Herzinfarkt empfohlene Hormontherapie ab den Wechseljahren greift bei Raucherinnen nicht. Osteoporose und damit das Risiko von Knochenbrüchen ist bei Raucherinnen deutlich höher.

Die Zahl der Lungenkrebstoten steigt nur für Frauen ständig. Dies wird ebenfalls auf zunehmende weibliche Raucherzahlen zurückgeführt. In den USA sterben bereits mehr Frauen an Lungenkrebs als an Brustkrebs. Auch in Tirol müssen wir die traurige Feststellung machen, daß die lungenkrebstoten Frauen deutlich zunehmen, genauso wie die Raucherinnenprozente deutlich steigen. So hatten 1979 18,6% der Tirolerinnen geraucht, 1997 25,0%, das bedeutet einen Zuwachs von 34,4%. Der Zuwachs der lungenkrebstoten Frauen in diesem Zeitraum beträgt 140,6 %. (Bei den Männern betrug der Raucheranteil 1979 41,5%, 1997 36,7%. Das bedeutet eine Abnahme um 11,6 %. Der Zuwachs der lungenkrebstoten Männer in den letzten 20 Jahren betrug 26,6%.) Im selben Zeitraum zeigt die Brustkrebs-Todesstatistik eine Zunahme um 74,0%. Die übrigen Krebstodesfälle stiegen um 19,2%. (Die Zahl der männlichen Krebstoten ohne Lungenkrebs stieg um 24,4%.)

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